
Kontrolle, Zwang & Disziplin: Wenn das Nervensystem sich nur sicher fühlt, wenn alles geplant ist
⚡️„Wenn ich nicht alles unter Kontrolle habe, bricht alles zusammen.“
Vielleicht kennst du diesen Gedanken.
Du planst. Du strukturierst. Du rechnest durch.
Was du isst. Wie viel du wiegst. Wie dein Tag aussieht.
Die Kontrolle gibt dir Halt, aber innerlich fühlst du dich trotzdem oft angespannt.
Vielleicht sogar taub. Überfordert. Müde. 😮💨
Und vielleicht denkst du manchmal:
„Warum kann ich nicht einfach locker lassen?“
Die Antwort ist:
Weil dein Nervensystem dich beschützen will.
Weil Kontrolle für dich (noch) Sicherheit bedeutet.
Weil du gelernt hast: Nur wenn du alles im Griff hast, bist du okay.
🧠 Kontrolle ist oft kein Charakterzug, sondern eine Überlebensstrategie
Viele Frauen mit Essstörungen oder komplexen Traumata erleben innere Sicherheit nur dann, wenn im Außen alles „perfekt“ scheint.
👉🏻 Struktur ersetzt das Chaos früherer Erfahrungen.
👉🏻 Pläne dämpfen die Angst vor dem Unbekannten.
👉🏻 Kontrolle über Essen oder den Körper vermittelt Macht, wo früher Ohnmacht war.
In der Tiefe geht es dabei oft nicht um Disziplin, sondern um ein System, das sagt:
„Nur wenn ich die Kontrolle behalte, bin ich sicher.“
Doch echte Sicherheit entsteht nicht durch Zwang.
Sie entsteht durch Verbindung.
Zu dir.
Zu deinem Körper.
Zu deinem inneren Kind. 👩👧
⚠️ Wenn Disziplin zur Überforderung wird
Was von außen oft als „ehrgeizig“, „fokussiert“ oder „zielstrebig“ erscheint, fühlt sich innerlich häufig ganz anders an:
😵💫 ständiger innerer Druck
🪫 emotionale Erschöpfung
🍽️ zwanghaftes Verhalten rund um Essen, Bewegung oder Leistung
Du bist nicht schwach, wenn du dich nach Ruhe sehnst.
Und du bist nicht undiszipliniert, wenn du spürst, dass dich diese Form der Kontrolle krank macht.
Was hilft, wenn dein Nervensystem nur in Kontrolle Sicherheit findet?
1. 🗓️ Mini-Momente der Unsicherheit zulassen
Nicht alles auf einmal loslassen. Sondern in ganz kleinen Schritten.
✨ Heute mal nicht alles durchplanen.
✨ Eine Mahlzeit essen, ohne vorher Kalorien zu zählen.
✨ Einen Tag ohne To-do-Liste ausprobieren.
Und dann wahrnehmen:
Was passiert in mir, wenn ich nicht kontrolliere?
Nicht bewerten, nur beobachten. Sanft.
2. 🧘🏼♀️ Innere Sicherheit von innen schaffen
Routinen dürfen bleiben, aber sie sollen dir dienen, nicht dich versklaven.
Frage dich:
„Was gibt mir wirklich Halt, ohne mich zu erdrücken?“
Das kann eine Atemübung sein.
Ein vertrauter Geruch.
Eine Stimme, der du vertraust.
✍️ Selbstreflexion:
Was versuche ich zu vermeiden, wenn ich kontrolliere?
Die Antwort auf diese Frage bringt dich deinem inneren Kind näher.
Und zeigt dir oft, wonach du dich in Wahrheit sehnst: Verbindung. Geborgenheit. Vertrauen.
💬 Affirmation für dich:
„Ich darf die Kontrolle Stück für Stück loslassen und dabei sicher bleiben.“
Du musst nicht alles kontrollieren, um sicher zu sein.
Die Reise raus aus dem Zwang ist kein Sprint.
Es geht nicht darum, alles sofort loszulassen.
Sondern Schritt für Schritt Vertrauen zu lernen, in dich, in deinen Körper, in deine eigene innere Führung.
Von Herzen 💕
Julia